Aug
09
2008

Bergbau in Radevormwald?

Carolinengrube Radevormwald

Ja, auch das gab es einmal, um mal wieder etwas dokumentarisches zu schreiben. Wie wir alle wissen sind unsere Berge und Täler neben Flussläufen auch das Resultat von Vulkanismus und Kontinentalplatten Verschiebung, die das Land auffalten. So schiebt sich heute immer noch z.B. die afrikanische Platte unter die Euroasiatische Platte und hebt somit Jahr für Jahr die Alpen um 2-4cm/Jahr an. Das auch wir hier am Rande von Plattengrenzen wohnen zeigte z.B. das Erdbeben Anfang der 90er Jahre in Aachen. Und manchmal schieben diese geologischen, langatmigen Effekte für den Menschen ganz brauchbare Dinge hervor. Eines dieser Dinge wurde 1854 zwischen Radevormwald und Hückeswagen im Wiebachtal entdeckt.

Und so stritten sich Mitte des 19 Jahrhunderts einige Bauern über die Schürfrechte im Wiebachtal, denn dort wurde Kupfer im Berg gefunden. Eine Interessengemeinschaft mit dem nötigen finanziellen Spielraum baute dann ab Mitte des 19 Jahrhunderts gut 4,5 Tonnen Kupfer ab, bevor kaum zehn Jahre später schon wieder Schluß war.

Ich habe mich auf die Suche durch unwegsames Gelände begeben und inmitten dunklen Fichtenwald Dickichts, dicke Fichten nicken sehen. Aber unter Einsatz einer dreckigen Hose und habe ich dann doch noch zwei Eingänge wiederfinden können. Der untere Zugang ist durch die heutige Wiebachvorsperre bis zum Sims geflutet. Zudem wurde zum Schutz ein Gitter am Eingang angebracht. Hier hat sich im Laufe der Zeit diverser Unrat anspülen lassen.

Carolinengrube Radevormwald

Der obere Stollenzugang zur Caronlinengrube existiert zwar noch, allerdings ist der Eingang im Laufe der Jahre zugefallen, womit die Grube, unabhängig davon, dass sie durch die Wiebachvorsperre sowieso zugelaufen ist, nicht mehr begehbar. Hier sehen wir eine Totale des oberen Eingangs:

Der massive, auf dem Eingang liegende Stein ist menschlicher Natur. Offensichtlich ist der mit Zement verstärkte Eingangsbereich mit zunehmender Verwitterung zusammengestürzt und hat den Zugang verschüttet. Zwischen den Steinen kann man aber dennoch einen kleinen Blick in die Grube erhaschen. Folgendes Foto gibt das jedoch nur unwirklich wieder. Gut zu sehen ist hier noch eine massive Metallstange, unter dem linken Stein ging es in die Grube.

Abgelegt unter: Arbeit, Historisches, Natur so um 16:00Uhr - Tags: , , - | Kommentare (12)

12 Kommentare »

  1. Kommentar von Berg Siegfried - 6. September 2008 um 08:08Uhr

    Glückauf Herr Gerhardts, ich bin Heimatforscher in Hückeswagen und habe mich in den letzten 2-Jahren mit dem Bergbau in und um Hückeswagen beschäftigt und zur Carolinagrube eine große Menge zusammengetragen und werde vermutlich zum Jahresende über den BGV-Hückeswagen ein 292 Seiten Buch unter dem Titel "Heimischer Bergbau in und um Hückeswagen" herausbringen. Dies zur Info.
    Gruss Siegfried Berg

  2. Kommentar von Reinhard Kraus - 3. Oktober 2008 um 15:17Uhr

    lieber Herr Gerhardts, ich interessiere mich geraume Zeit für Themen rund um Radevormwald und Hückeswagen, insbesondere historische Dinge vor dem Bau der Wuppertalsperre. Berbau spielt dabei auch eine große Rolle. Können Sie einen Kontakt zu Herrn Siegfried Berg herstellen, der darüber ein Buch veröffentlichen will. Ich selbst arbeite an einem Roman, der in der Gegend spielt.
    Danke!
    Gruss R.K.

  3. Kommentar von admin - 3. Oktober 2008 um 15:27Uhr

    Hallo Herr Kraus,

    Herr Berg wurde automatisch per E-Mail über Ihren Kommentar informiert!

    Gruß
    Armin Gerhardts

  4. Pingback von blogs.23.nu TNG » Blog Archive » Caolinengrube in Radevormwald - 9. Oktober 2008 um 22:17Uhr

    [...] Am Wochenende habe ich erfahren, dass wir in Rade mehrere ehemalige zechen haben sollen. Gestern habe ich dann herausgefunden, dass Armin Gerhardts die Caolinengrube schon gefunden hat. [...]

  5. Pingback von disLEXia - Was für ein Gestrüpp! - 25. Oktober 2008 um 22:51Uhr

    [...] ich nicht gewusst hätte, dass sie da ist, hätte ich die Suche vermutlich aufgegeben. Was für ein Gestrüpp und kein Weg [...]

  6. Kommentar von Maximillian Dornseif - 25. Oktober 2008 um 22:56Uhr

    Wie bist Du eigentlich auf die Carolinengrube gestossen?

  7. Kommentar von admin - 26. Oktober 2008 um 00:20Uhr

    Mit Glück und Verstand! ;) Ich habe von wuppertalsperre.net eine Karte mit ungefährem Standort gehabt. Ebenso wusste ich, dass sie geflutet sein soll, also konnte der Eingang nicht oben am Berg sein sondern musste irgendwo in Wassernähe sein. Und dann habe ich zu suchen begonnen!

    Ich muss aber zugeben, dass die Suche auch in der Blüte des Sommers kein Spaziergang war, zumal es auch bei mir rutschig war. Tannennadeln von dem Tag stecken noch heute in meiner Fototasche!

  8. Kommentar von Elmar Nieding - 9. Februar 2009 um 19:27Uhr

    Hallo,

    ich beabsichtige die gesamte erreichbare Literatur zum Berg-, Hütten- und Salinenwesen des Bergischen Landes zu erfassen und suche Mitstreiter vor Ort! Arbeits-Beginn ca. Jahremitte 2009.
    Interessenten finden Mail-Adresse auf meiner Webseite:
    http://www.montan-litbank.de

    Glückauf!
    Elmar Nieding
    09/02/2009

  9. Pingback von Niedrigwasser der Wuppertalsperre | Foto, Photo, Fotos, Image, Gallery - 21. September 2009 um 13:20Uhr

    [...] vom niedrigen Wasserstand betroffen ist, und den unmittelbar unter der Wasseroberfläche liegenden unteren Stolleneingang der Carolinengrube wieder freigibt. Dem war leider nicht so, die Wiebach Vorsperre liegt voll im Stauziel. Die Wiebach [...]

  10. Kommentar von Felix Staratschek - 2. Februar 2010 um 00:28Uhr

    Ich kannte früher in der Ecke eine andere Höhle, die war auf der anderen Seite des Ispingrader Baches. Die ist irgendwann aktiv zugeschüttet worden.

    Es wäre ja mal interessant, alle alten Stollen zu ermitteln und zu prüfen, wo man Öffnungen für Fledermäuse schaffen könnte. Bei Honsberg auf der Halbinsel in der Talsperre ist auch ein Stollen, aber wahrscheinlich für eine Leitung und nicht als Bergwerk gebaut. Aber für den Natur- und Artenschutz wäre es interessant, die Öffnungen soweit frei zu legen, dass Fledermäuse ungehindert ein- und ausfliegen können.

    Eine weitere Höhle war unterhalb von Honsberg direkt an der Wupper, wenn man von der Kapelle Maria zur Mühlen Wupper abwärts ging.

    Für die Fledermäuse könnten auch alte Gewölbekeller und der Hohlraum unter der Kapelle Sankt Gangolf interessant sein.

  11. Kommentar von admin - 2. Februar 2010 um 11:51Uhr

    Die Stollen, wie auch die Carolinengrube, sind bereits für Fledermäuse zugänglich!

    http://www.armin-gerhardts.de/2009/09/20/found-it/

  12. Kommentar von Oli S. - 4. Februar 2010 um 09:19Uhr

    Kann Batman nicht auch tauchen?

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