07
2010
Magnetar
Magnetare sind Neutronensterne. Und sie sind gewaltig. Unvorstellbar gewaltig. Wäre unsere Sonne ein Magnetar, sie würde uns die Straßenlaternen aus dem Boden ziehen. Hammerstein ist im Moment mein Magnetar. Erbarmungslos werde ich immer wieder dorthin getrieben. 10km Fußmarsch waren es mal wieder, mit dankenswerter Erkenntnis, dass ich sesselpubsender Pixelschubser noch nicht ganz eingerostet bin. Und wenn man sich ortskundig die Rute über Herbeck, Heide, vorbei an Berg zum Wiebach, weiter über den Karrensteiner Waldweg nach Hammerstein, und dann wieder zurück über Wiebach nach Espert bis Bergerhof vergegenwärtigt, weiß man, dass das auch in Höhenmetern nicht mal eben ne Runde am Rhein langlaufen ist. Wie kommt es nur, dass mich dieser Ort so magisch anzieht? Drei Gründe:
- Ich habe noch eine Rechnung offen!
- Wupper in Radevormwald bedeutet ruhendes Gewässer!
- Es ist einfach schön da unten!
28
2010
Willkommen in Radevormwald
... was der Banner ausgerechnet mitten in der Innenstadt zu suchen hat... Dem ungeachtet: Aufgrund des alle zwei Jahre sich deutlich zeigenden Potentials ist es mehr als bedauerlich, dass Radevormwald noch immer kein Public-Viewing auf dem Marktplatz auf die Kette bekommt. Gut, ins tropische Life-Ness kann man ja gehen. Aber der städtische Event- und Tourismusmanager hat es ja auch nicht so mit Events. Demnach sollte da oben auch nicht stehen "Willkommen in Radevormwald", sondern vielleicht besser "Willkommen in Schilda". Immerhin ist die Loipe immer gespurt, wenn mal ein Nachmittag lang Schnee fällt. Tourismus, capiche? Aber ich bin was den Alkohol angeht auch voreingenommen. Wir veranstalten ja auch aus gutem Grund keine städtisch inszinierte Zigaretten oder Haschisch-Partys und laden fleissig zufriedene Drogendealer ins Dorf, damit diese ihre neuesten Kreationen der Geistesbetäubung feil zu bieten. Nein, auch ich trinke gerne das eine oder andere Bier, aber die Drogenparty ist mir doch mindestens so suspekt wie eine Tupperparty. Das ist Kultur! Und in Maßen geht alles. Interessanterweise, wie beim Karneval, höre ich aber in erster Linie spätestens im dritten Satz eine Mengenangabe. Die Angabe der Art scheint nebensächlich. Nun bin ich weit vom Haschischkonsum entfernt, aber so ganz grundsätzlich glaube ich, dass eine Gegenüberstellung deutlich zu Ungunsten des Alkohols ausfällt, wenn die Haschisch Lobby erstmal die gleichen fragwürdigen Argumente liefert. Sich um den Verstand saufende Jugendliche nehmen wir dann als Kollateralschaden so hin, belegen sie mit einem Platzverweis (raus aus dem Blickfeld), halten uns weiter an der Kultur fest und lassen solche Diskussionen erst garnicht aufkommen. Und weil die Alkohollobby noch viel stärker als die Zigarettenlobby ist, braucht man gar nicht auf das vor ein paar Jahren angestrebte Verbot von Alkoholwerbung, die häufig perfide gezielt den Nachwuchs anspricht, hoffen. Und mit der Mischmasch-Pampe bringt man heute auch den geschmacklich verwöhntesten oder empfindlichsten Gaumen zu ganz furchtbarem Fusel. Den Kohl nicht essen weil er zu bitter schmeckt, aber den Wodka literweise in sich rein kippen. Ein Prosit der Gemütlichkeit!
Achso, und zu England: Ohhhhh.
26
2010
Hallo NiKi
Nett daß du vorbei geschaut hast, schön dich zu sehen.
Ich hoffe die Unordnung ist für Dich kein Problem?
Sieh Dich gerne um und mach es Dir erst mal bequem,
ich hoffe die Atmosphäre ist Dir trotzdem angenehm?Ich kann Dir leider nicht viel anbieten,
und ich weiß auch nicht ob das was ich da hab nach Deinem Geschmack ist.
Du kannst von allem ein bißchen probieren,
und falls es nicht reicht können wir noch irgendwo was organisieren.
Ja Du hast recht, ich müßte echt mal wieder aufräumen,
doch ich kann mich halt von vielen Sachen einfach nicht trennen.
Wie soll man es nennen? Eigentlich bin ich mehr Jäger als Sammler,
doch das Jagen ist nicht mehr das was es war.
Klar, fühl' Dich wie Zuhaus, doch es gibt einige Räume hier
die Du vielleicht besser nicht betrittst!
Entweder sind sie leer, oder randvoll,
und die Lage hat sich zugespitzt, dass dort kein Platz mehr ist.
Mein Haus ist so groß, manche Zimmer kenne ich selbst noch nicht,
und ich hab halt keinen Bock drauf mich zu verlaufen.
Ich könnte mehr leben reinbringen? Du findest es zu trist?
Egal ob das wahr ist schön daß du da bist!Ich komme einfach nicht drüber weg, dass Du den Weg zu mir gefunden hast,
und wirklich alle Schranken überwunden hast.
Ich habe hier selten Besuch und bin trotzdem nie mit mir allein.
Auch wenn es kein Gefängnis ist, ich kann mich einfach nicht befreien.
Manchmal ist es hier so heiß, dass ich es kaum aushalt',
und draußen bitter kalt,
dann ist es besser wenn ich alles ausschalt',
damit es wieder abkühlt, bevor es knallt,
bis auch der letzte Schrei verhallt.Ich wollte nie erwachsen werden doch ich glaube ich werde langsam alt.
Es ist schon komisch: Als Kind kam mir das Haus längst nicht so groß vor;
Jeden Tag ein offenes Tor und es gab für viel für mich zu entdecken.
Vielleicht kennst du es ja, ich war zwar noch nie bei Dir,
doch ich stelle mir vor es ist ähnlich wie hier.
Ich hoffe du kommst wieder, und guckst bei mir rein,
und daß es für dich interessant war - in meinem Kopf zu sein.Such a Surge - Bei mir
19
2010
Dresden 1875
Paris: George Bizets Oper Carmen wurde wenige Monate vor seinem Tod in Paris uraufgeführt.
Bern: Der allgemeine Postvertag tritt nun endlich in Kraft.
Detmold: Das Hermmansdenkmal wird feierlich eingeweiht.
Bremerhaven: Die bis dato schwerste Bombenexplosion reißt 83 Menschen in den Tod.
Duisburg: Die große Duisburger Synagoge wird eröffnet.
Calais: In knapp 22 Stunden durchschwimmt Matthew Webb den Ärmelkanal.
Queensland: Die Gothenburg zerschellt am Great Barrier Reef.
Steyl: Arnold Janssen ruft die Gesellschaft des Göttlichen Wortes aus.
Europa: Das metrische System wird verbindlich als einheitliches Maßsystem eingeführt.
Dresden: Nichts los!
... gefunden im Villenviertel in Dresden-Loschwitz.
24
2009
Frohe Weihnachten
Allen, die wie auch immer geartet und aus welchen wie auch immer genährten Gründen Weihnachten feiern: Ein frohes und ruhiges Fest!
Wer glaubt, ein Christ zu sein, weil er die Kirche besucht, irrt sich.
Man wird ja auch kein Auto, wenn man in eine Garage geht.
Albert Schweitzer
25
2009
Brückenfest 2009
So ganz wollte ich mir das, trotz strapaziöser 12 Stunden Autobahn-Heimreise und folgender Feier zum 18. Geburtstag am Vortag dann doch nicht nehmen lassen, das alljährliche Brückenfest. Also ging es dann mittags doch noch mit dem geschätzten ehemals Vormund auf an die Remscheider Strecke, wo mir in Büchen dieses herrliche Bild gelang. Herbst und Dampflok ist eben einfach ein Motiv, und die Remscheider Strecke bietet wirklich gute Spots in Massen. Mir war das Brückenfest schon deshalb wichtig, weil ich auf bisher 104 Seiten Fotobuch 2009 noch nicht ein Dampflokbild hatte, und das 2008er da einiges zu bieten hatte. Jetzt habe ich auch ein Bild für das Fotobuch 2009!
Die Dampflok 78 468 übrigens, aber das hatte ich glaube ich 2008 schonmal geschrieben, ist eine echte Remscheiderin! Und wenn die Gerüchte stimmen, dass die Traglast der Müngstener Brücke tatsächlich auf 100 Tonnen herabgesetzt wird, war es wohl das letzte Brückenfest dieser Art. Das die Deutsche Bahn für den Erhalt DES Monuments bahnbautechnischer Ingenieurskunst in Deutschland so wenig übrig hat, macht schon traurig. Time will tell...
Aus der gleichen Perspektive noch ein Nachschlag der Schienenbusgarnitur, die am Brückenfest ebenfalls wieder mit von der Partie war. Leider fand die Kreuzung ein paar huntert Schienenmeter weiter unten statt.
21
2009
Fanö – Bunker Special
Rund 300 Bunker des Atlantikwalls befinden sich alleine auf der kleinen Nordseeinsel Fanö. Dies ist darin begründet, dass Fanö als vorgelagerte Insel nur 2km vom Festland entfernt ist, und in Esbjerg auf dem Festland ein großer Hafen war und ist, den es seitens der Deutschen zur Kriegszeit zu schützen galt. Die Bedeutung Esbjergs erkennt man schon daran, dass Hitler es zur "Festungsstadt" ernannt hatte.
06
2009
E von Meister Leopolt Schmidt
Der hat früher schon immer mit einem Fuß im Wasser gestanden
sagt man sich über Leopolt Schmidt, dem Großvater des in Remscheid bekannten Architekten Albert Schmidt. Albert Schmidt als "Lenneper Architekt" zeigt sich für zahlreiche Bauten in der Region verantwortlich, und mit der Panzertalsperre als zweite Talsperre in Deutschland überhaupt erlangte er deutschlandweit Bekanntheit. Interessanterweise liegt die Panzertalsperre wie die Eschbachtalsperre als erste ihrer Zunft ebenfalls in Remscheid. Albert Schmidt trat also mit dem Wasserbau in die Fußstapfen seines Großvaters Leopolt, der sich für das alte Wupperwehr bei Hammerstein verantwortlich zeigt.
24
2009
Mondstein wieder aufgetaucht
Normalerweise liegt er meterweit unter Wasser, aber dank anhaltendem und in den letzten Tagen noch verschärftem Niedrigwasser der Wuppersperre ist die Spitze einer Sage des Wiebachtals, der Grenze von Radevormwald und Hückeswagen, in den letzten Tagen nun wieder aufgetaucht. "Geborgen aus den Wupperlauf" steht auf dem Schild vor dem Mondstein im Froweinpark, der unter erheblicher Kraftanstrengung beim Bau der Wuppertalsperre dorthin gerettet wurde. Jetzt hat man die seltene Gelegenheit einen der weiteren Mondsteine die zu schwer für einen Transport waren, in natürlicher Umgebung zu sehen. Das an dem Punkt nach dem Bau der Wuppertalsperre nur wenig strömungsintensive Wasser hat im Laufe der Zeit aber wohl mit Ablagerungsschichten erhebliche Teile des alten Wupperbetts, und so auch die Mondsteine, teilweise vergraben.
20
2009
Found it!
So ein Glück, ich hatte schon langsam satt ihn zu suchen!
(Willy Tanner als Antwort auf die Aussage von Alf, er hätte Elvis gefunden)
Das ließ mir dann doch keine Ruhe! Ich habe in einem Blog eines Tauchers einen Beitrag gefunden, in dem unter anderem von dem Stollen berichtet wird. Bei meiner Tour am Freitag, die ich ja zuletzt veröffentlicht habe, habe ich dieses Mistding aber nicht gefunden. Also nochmal fleissig im Internet gewühlt. Dabei stieß ich auf eine Karte, in der der Stollen eingezeichnet war. Den Aufzeichnungen zufolge zieht er sich in einer geraden Linie durch die jetzige Landzunge und früheren Felsvorsprung und misst somi eine Länge von ~200m. Mist, ja genau!
19
2009
Die Wanne ist voll…
... die Wanne ist voll Uh - Uh - Uh! Na? Zeit mitgebracht? Die Wanne ist nämlich garnicht voll. Im Gegenteil hat die Wuppersperre Niedrigwasser wie selten zuvor! Es fehlt nur noch ein Meter, und die Sperre hat so wenig Wasser wie im bisherigen Jahrtausendsommer 2003. Und ebenso wie 2003 haben wir dieses Jahr auch einen schleichenden Abstieg, der bereits seit Ende April den Pegel kontinuierlich fallen lässt. In den Wasserstands- und Pegeldaten des Wupperverbands lässt sich das schön nachschauen. Da nur Internet aber auch doof ist, habe ich mich gestern aufgemacht, und auf der Suche nach der Vergangenheit in dem gewühlt, was der geringe Pegel wieder freigegeben hat.
31
2009
Die Dritte im Bunde
Rund 200m sticht die Erpeler Ley vom Rheinufer empor und gehört damit in die gleiche Kategorie wie der wesentlich bekanntere Drachenfels rheinaufwärts bei Königswinter gelegen, und die mit Sicherheit bekanntere Loreley in südlicher Richtung. Das dunkelgrau bis schwarze, majestätisch wirkende Massiv besteht aus Basalt Gestein. Der Name Basalt hat seinen Ursprung aus dem ägyptischen bselt, was so viel wie "gekocht" bedeutet. Dies verrät auch die Herkunft des Bergs: vulkanische Aktivität! Und die ist noch gar nicht so lange her!
12
2008
Böse Kinder bringt man auf das schwarze Schiff
Irrenanstalt, Erziehungsheim für böse Jungen, Frauenhaus, Gefängnis... Die Spekulationen kannten kaum eine Grenze, aber gespenstisch war der Ort immer schon. Hier kam man regelmäßig vorbei, weil dies die direkteste Verbindung zwischen Remscheid <-> Lennep auf dem Fußweg darstellt(e). Eigentlich war ja der Weg über die Gleise am kürzesten, aber in der Kurve unter der Brücke an der Trecknase gibt es ein paar 100m keine Fluchtmöglichkeit, und als Schotterkind ist man ja geeicht was sowas angeht, zumal die Kurve nicht einzusehen war. Also ging der Weg regelmäßig durch diesen Brennpunkt, den man am besten mit einer kalten Schnauze bewältigen konnte. Kammgarn in Remscheid-Lennep! Kammgarn? (weiterlesen...)
10
2008
Gott wird Dich richten!
Geliebt, gehasstes Schandflecks- Schönheitsobjekt - Du entkommst mir nicht und trotzt auch der mutwilligen Zerstörung! Die Kapelle St. Gangolf steht inmitten, naja, am Rand des Bebauungsplans 96 der Stadt Radevormwald. Geplant ist dort ein weiteres, wie man sagt, "attraktives" Wohnbaugebiet für junge Familien. Die Attraktivität dieser Gelände äußert sich vor allem in gutem Nachbarschaftskontakt. Denn zum Kratzen ist man aufgrund der Größe der Neubaugärten genötigt das Gartentor zuvor zu öffnen, um sich nicht böse zu stoßen. Meine Kinder stehen dann in Mitten von Hecken und Beton. Beispiele gibt es ja genug. Ein Sandkasten geht wohl noch, ein Grill auch - beides wird schwierig! - Loh´sche Weide... da war doch mal was?
Oh, dieses ew'ge Gejammer! Lass' Dir den Mut nicht nehmen, halte noch ein bisschen aus!
03
2008
Rost und Schutt ist kein Makel…
aber es führt uns auch immer wieder unsere eigene Vergänglichkeit vor Augen. Vielleicht auch deshalb ziehen mich diese Punkte immer wieder magisch an! Auf dem Foto sehen wir, wie die ebenfalls vergängliche Sonne spärlich die alte Dampferzeugungsanlage der längst vergangenen, blühenden Textilindustrie an der Wupper, mit ein paar Lichtstrahlen küsst! Nichts ist für die Ewigkeit, und es sind die besonderen Momente, die ein Foto erst besonders machen.
















