Von der Kunst die Unzulänglichkeit zu lieben

Die Wupper in Müngsten
Die Wupper in Müngsten

Ich bin ein Perfektionist. Diebische Freude bereitet es mir meine Systeme, meine Arbeit, immer weiter zu optimieren. Der Computer ist mir ein dankbares Werkzeug, da es nur richtig und falsch kennt. Ein klares System – nichts ist einfacher als Softwareentwicklung. Aber es ist kühl. Im richtigen Moment ist es das Ertragen der Unzulänglichkeit und das Erheben der eigenen Handlung zur Maxime, des eigenen Schaffens und Gedankens, des eigenen Seins, um diese Welt für sich wärmer zu gestalten, das höchste Sein. Und es muss nicht perspektivlos sein, gerade wenn es schwindelig alternativlos erscheint.

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Magnetar

Im Hammerstein Wehr
Im Hammerstein Wehr

Magnetare sind Neutronensterne. Und sie sind gewaltig. Unvorstellbar gewaltig. Wäre unsere Sonne ein Magnetar, sie würde uns die Straßenlaternen aus dem Boden ziehen. Hammerstein ist im Moment mein Magnetar. Erbarmungslos werde ich immer wieder dorthin getrieben. 10km Fußmarsch waren es mal wieder, mit dankenswerter Erkenntnis, dass ich sesselpubsender Pixelschubser noch nicht ganz eingerostet bin. Und wenn man sich ortskundig die Rute über Herbeck, Heide, vorbei an Berg zum Wiebach, weiter über den Karrensteiner Waldweg nach Hammerstein, und dann wieder zurück über Wiebach nach Espert bis Bergerhof vergegenwärtigt, weiß man, dass das auch in Höhenmetern nicht mal eben ne Runde am Rhein langlaufen ist. Wie kommt es nur, dass mich dieser Ort so magisch anzieht? Drei Gründe:

  1. Ich habe noch eine Rechnung offen!
  2. Wupper in Radevormwald bedeutet ruhendes Gewässer!
  3. Es ist einfach schön da unten!

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Es ist wieder soweit

Haus Hammerstein Hückeswagen bei Niedrigwasser
Haus Hammerstein Hückeswagen bei Niedrigwasser

Der Stöpsel der Wuppertalsperre bei Radevormwald Krebsöge bleibt gezogen, und so verliert die Sperre Tag für Tag 10-20cm Pegelhöhe. Wie auf dem Bild zu sehen ist, steigt auch der alte Wehr bei Hammerstein langsam wieder aus den Fluten empor. Ein beeindruckender lost-place bekommt langsam wieder Tageslicht. Vielleicht ein bis zwei Wochen noch, und der Wehr ist wieder „begehbar“. Wäre das nicht ein idealer Platz für einen (wasserdichten) geocache? Zu erzählen hat dieser kleine, heute unscheinbare Bereich an der Wupper viel, z.B. von dem alten Arbeitslager im Dritten Reich, von Industrie, Elektrifizierung, den oberen 1000 der Bonner Republik, die hier gastierten. Heute findet man hier nurnoch eins: Natur! Aber das Fleckchen im Dreistädteck Remscheid, Radevormwald Hückeswagen hat eine lange, heitere und zugleich dunkle Geschichte.

Ich hätte nicht gedacht, dass der Wehr nach dem letzten, trockenen Jahr, so schnell wieder auftaucht, aber die Wetterlage ist und bleibt günstig. Die Wehr-Begrenzung auf „Karrensteiner / Wetter-Seite“ liegt noch gerade 5cm unter Wasser und ist bereits auch deutlich zu erkennen. Wie auf dem Foto zu sehen, ist die Hammersteiner Begrenzung bereits wieder aufgetaucht. Und da sich die Wuppertalsperre dieses Jahr noch schneller leert als letztes Jahr, besteht vielleicht auch noch die Chance, trockenen Fußes die alte Kräwinklerbrücke zu begehen. Dafür sind allerdings jetzt noch weitere gut 7m nötig. Wobei – müsste der Pegel bei stetigem Wasserverlust (um die untere Wupper zu speisen) und sich logischerweise nach unten verjüngendem Talsperrenbecken nicht umso schneller fallen, je weniger Wasser dort drin ist?

Und den tatsächlichen Wert eines Fotos kann man nur bemessen, wenn man selbst der Fotograf war und weiß, welche Strapazen man auf sich genommen hat. Über Espert und das Wiebachtal, vorbei am steilen Hang der Wuppertalsperre war es jedenfalls kein Zuckerschlecken dorthin zu kommen. Auf dem Rückweg habe ich dann doch den Waldweg benutzt. Der Wald bot mir dann auch den nötigen Schutz vor dem einsetzenden Regen, den ich zuvor auf obigem Foto eingefangen habe. wetter.de lügt – auch so eine Glaskugel!

Wupperleerstand

Wuppertalsperre bei Kräwinkel
Wuppertalsperre bei Kräwinkel

Nee, keine Ladenlokale! Wohl letztmalig ein Bild der leeren Wuppertalsperre, denn seit April ist gestern das erste mal wieder der Pegel der Wuppertalsperre gestiegen. :-/Mal sehen wie lange es dauert, bis die Wanne nun wieder wirklich voll ist.

E von Meister Leopolt Schmidt

Wupperwehr bei Hammerstein
Wupperwehr bei Hammerstein

Der hat früher schon immer mit einem Fuß im Wasser gestanden

sagt man sich über Leopolt Schmidt, dem Großvater des in Remscheid bekannten Architekten Albert Schmidt. Albert Schmidt als „Lenneper Architekt“ zeigt sich für zahlreiche Bauten in der Region verantwortlich, und mit der Panzertalsperre als zweite Talsperre in Deutschland überhaupt erlangte er deutschlandweit Bekanntheit. Interessanterweise liegt die Panzertalsperre wie die Eschbachtalsperre als erste ihrer Zunft ebenfalls in Remscheid. Albert Schmidt trat also mit dem Wasserbau in die Fußstapfen seines Großvaters Leopolt, der sich für das alte Wupperwehr bei Hammerstein verantwortlich zeigt.

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Die Erde ist eine runde Scheibe!

Wuppersperre / Wupperdamm
Wuppersperre / Wupperdamm

Oder lässt diese Perspektive einen anderen Schluß zu?

Kommen Sie mir nicht mit Fakten, ich habe mit meine Meinung längst gebildet!

Als die Wupper noch nicht gestaut wurde, die Umgehungsbrücke jedoch schon stand, sah es hier ähnlich aus wie im Blombachtal heute. Zumindest habe ich in einem alten Bildband beim ersten Blick auf ein Bild, dass von Wilhelmstal aufgenommen wurde, auf das Blombachtal getippt. Falsch getippt. Übrigens ist der Damm der Wuppertalsperre meines Wissens einer der wenigen, der zur Talseite hin bewachsen ist. Alle anderen mir bekannten Staumauern hier im Umkreis sehen alle mehr oder weniger so aus!

Zu dumm…

Schild vom Wupperverband
Schild vom Wupperverband

Da ist man unter Verlust seines Verstandes und unter Vernachlässigung der Gefahren mühsam über 50cm breite Trampelpfade in Hanglage bis zur Wuppersperre vorgefahren, und dann macht einen das Schild darauf aufmerksam, dass man nicht weiter darf. Getreu dem Motto „Wenn da kein Schild steht, ist es auch nicht verboten“ spricht man dann mal lieber das Verbot aus! Nicht das jemand noch nasse Füße bekommt. Wäre ja zu dumm, nur wegen so ein paar lächerlicher Gramm Blech mit Buchstaben drauf…

Rost und Schutt ist kein Makel…

Stromerzeugung Hardt & Pocorny

aber es führt uns auch immer wieder unsere eigene Vergänglichkeit vor Augen. Vielleicht auch deshalb ziehen mich diese Punkte immer wieder magisch an! Auf dem Foto sehen wir, wie die ebenfalls vergängliche Sonne spärlich die alte Dampferzeugungsanlage der längst vergangenen, blühenden Textilindustrie an der Wupper, mit ein paar Lichtstrahlen küsst! Nichts ist für die Ewigkeit, und es sind die besonderen Momente, die ein Foto erst besonders machen.

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Und wieder an der Wupper

Verlassenes Industriegebäude Radevormwald Dahlhausen

Wetter und Licht waren ideal, also zog es mich heute noch einmal zum Objekt der Begierde. Zu meiner Entrüstung musste ich jedoch feststellen, dass zwischenzeitig neue Zutrittssicherungen am Gebäude angebracht worden sind. Einfach durch die Tür ging also nicht mehr! Deshalb leider nur ein Foto von außen.

Wer weiß welche Aufgabe das Gebäude einmal hatte, der soll nicht zögern mir das wortreich mitzuteilen! 😉

Hier habe ich vor einiger Zeit die Innenansicht veröffentlicht, vielleicht kommt einem da eine Idee um was für ein Gebäude es sich hier dreht?

http://www.armin-gerhardts.de/2008/04/29/verlassene-industrieanlage-radevormwald/