Sep
03
2010

Wiebach Power!

Der Wiebach - wasserfürhend

Der Wiebach - wasserfürhend

Nun bin ich nicht wirklich selten im Loch Richtung Wuppertalsperre. Doch scheinbar muss es in den letzten Tagen viel geregnet haben: Einen derart wasserführenden Wiebach habe ich noch nicht erlebt. (weiterlesen...)

Abgelegt unter: Natur so um 00:03Uhr | Kommentare (0)
Sep
02
2010

Zum heutigen Ehrentage möchte ich…

... wird auch nicht jünger

... wird auch nicht jünger

zunächst etwas fallen lassen:

Hm, noch was?

...

...

Abgelegt unter: Allgemeines so um 00:01Uhr | Kommentare (3)
Sep
01
2010

Guten Morgen, sie wollten geweckt werden?

Eine kleine, unscheinbare Meldung bei WDR kompakt:

Sprengsätze bei Neonazi gefunden
Aachen: Bei einer Razzia ist am Mittwoch ein 19-Jähriger Neonazi aus Aachen festgenommen worden. Ihm wird die Vorbereitung von Sprengstoffverbrechen vorgeworfen, so die Berliner Staatsanwaltschaft. Bei einer rechtsextremen Demonstration in Berlin im Mai wurden die selbstgebauten Sprengsätze entdeckt.

Kein Grund den Schlaf zu unterbrechen, Aachen kann ganz weit weg sein, wenn man will. Blöd nur, dass lt. Stadtnetz Radevormwald nach bestätigter Polizeiaussage in gleichem Atemzug auch die Pro-NRW Jugend Radevormwalds von der Polizei mal näher inspiziert wurde. Da konnte es schon passieren, dass man im Dichter und Denkerviertel Radevormwalds plötzlich hellwach war, als man verschlafen aus dem Fenster blickend mit Waffe im Anschlag und mit Schutzweste geschützte Beamte auf der Straße sah, die mit Hunden, jetzt wohl als Sprengstoffhunde benennbar (es hätte ja auch noch den Verdacht nach Drogen geben können, weshalb Hunde eingesetzt wurden), ca. 3 Stunden eine Wohnung in der beschaulichen Siedlung durchsuchten, und allerlei Unrat nebst bekannten Nachwuchs-Demokrat mitnahm.

Und plötzlich ist es nicht mehr nur die zu belächelnde Verschmutzung und Beschmierung öffentlichen Raums, nicht mehr nur die nicht ganz für voll genommene Jugend, die zwar falsch- , aber wenigstens irgendwie politisch ist. Plötzlich ist es nicht mehr nur Patriotismus, für den man Pro NRW gewählt hat. Neben all den laienhaften Politik- und Soziologievorstellungen bekommt die Sache einen weiteren, unangenehmen Beigeschmack. Gibt es noch irgendeinen Zweifel an Pro-NRW?

Nach Informationen des Stadtnetzes Radevormwald steht die Hausdurchsuchung in Aachen aufgrund der Planung eines Sprengstoff Attentats in Zusammenhang mit derer in Radevormwald. Und wir haben Angst vorm Muselmann?

Da ich hier bereits genug Material der "Nachwuchs-Demokraten" veröffentlicht habe, mit dem sie unseren Raum so verschönern und sich patriotisch für die Region einsetzen, spare ich mir dieses mal ein Bild.

wdr.de
bnr.de
stadtnetz-radevormwald.de

Abgelegt unter: Politikkram so um 15:04Uhr | Kommentare (0)

Nach dem Gewitter ist die Luft rein!

Streetview, heute: Schlaglochspecial! Füllen mit Google Geld?

Streetview, heute: Schlaglochspecial! Füllen mit Google Geld?

So, da erreichte mich gestern aus den heiligen Hallen der W.i.R. Remscheid Fraktion, in persona Roland Kirchner, bei dem Artikel «...weil W.i.R. keine Ahnung haben» eine Antwort. Und während wir noch über die Spitzfindigkeiten diskutieren, wie wir denn jetzt Google melken können, denn nur darum geht es letztendlich, sitzt der nächste Monopolist längst in den Startlöchern, und wird zudem noch ziemlich unverblümt von den Öffentlich-Rechtlichen-Rundfunkanstalten beworben. Photosynth ist der Name des Alptraums aller Regionalglobalisten.

(weiterlesen...)

Abgelegt unter: Politikkram, Urban so um 10:34Uhr | Kommentare (0)
Aug
31
2010

Weg mit den Dreck!

nein zu alten Mauern - CDU Radevormwald

nein zu alten Mauern - CDU Radevormwald

20 Jahre Einheitsvertrag. Die Mauerspechte der CDU in Radevormwald hacken fleißig weiter. Die hacken zur Wahlkampfzeit ja auch mit peinlichen SED Vorwürfen auf derLinken-Radevormwald herum, nachweislich alle aus dem Osten; dabei zerlegt sich die von ganz alleine. Jetzt geht es der Bildung an den Kragen!  NEIIIIIN. Nur der Mauer, Bildung schon! Aber nicht an so einem schönen Fleck! Dass man es in Radevormwald ohnehin nicht so mit alten Mauern hat, darf man bei der Ortskernbegehung erfahren. Da haben wir aber Glück gehabt, so schmucke 70er Jahre Bauten hingesetzt bekommen zu haben. Und wer braucht schon so ein häßliches altes Rathaus? Das aktuelle Wellblechteil wird noch Jahrhunderte überdauern! Deshalb weg mit dem alten Kram! Die Nachbarstädte schauen schon neidisch. Rade war ja nie heiß auf alte Mauern - das ist ja letztendlich auch der Grund, warum man es immer wieder hat abfackeln lassen.

Vollkommen in den Hintergrund gerät, welches Konglomerat an Unstimmigkeit bis Dilettantismus überhaupt erst zur Entscheidung geführt hat, dass Blumenstaße am besten gestern dicht gemacht werden muss. Beweisführung von ihm seine Begleitung - die, die Stimmung im Jugendamt hat! Schlimme Jugend! Und hat jemand gefragt, welche Leichen die anderen Gebäude so im Keller liegen haben, die man dem Baugebiet Schulgebäude Blumenstraße andichtet? Nee, jetzt ist Wahlkampf Bürgerentscheid, da hält man sich nicht mit Fakten auf. Nur ein paar Eisegese-Blendgranaten, die haben wir uns verdient! Was macht der Bagger auf der Wiese? Komm' mit Joe, lass uns Suppe anrühren.

Abgelegt unter: Politikkram so um 22:31Uhr | Kommentare (0)
Aug
30
2010

… und es war Sommer

Wo gehobelt wird...

Wo gehobelt wird...

... im Juli 2010. Ich gehöre nicht wirklich zu denen, die immer und ständig über das Wetter meckern müssen, aber 6°C um 23:00Uhr am 29. August 2010 müssen doch nun wirklich nicht sein, oder? Überhaupt erscheint mir dieses Jahr vom Wetter her ziemlich durcheinander. Zunächst Winter bis weit in den März hinein, dann den Frühling übersprungen, und im Hochsommer dann schon wieder stark an den Spätherbst erinnernde Temperaturen. Wenn bereits Ende August die Kaminöfen ihren Qualm auspusten, und die Inversion ihn auf den Boden drückt, dann stimmt doch was nicht? Nie war ein Juli so heiß seit Beginn der Wetteraufzeichnung, nie war ein März so kalt, und nie war ein August so naß. Nie war ich so irritiert.

Abgelegt unter: Wetter so um 10:14Uhr | Kommentare (2)
Aug
25
2010

Netzfundstück

Beim Fernsehersatzschauen auf youtube bin ich auf dieses großartige Zeugnis menschlicher Schaffenskraft gestoßen. Dem Standardbürger dürfte das Stück noch als die Anfangsmelodie (ab 0:38min) von Kennzeichen D bekannt sein; politische Sensibilisierung vorausgesetzt.

Abgelegt unter: Musik so um 18:30Uhr | Kommentare (3)

Merci

Kreuzstraße Radevormwald - jetzt wieder ohne Haken

Kreuzstraße Radevormwald - jetzt wieder ohne Haken

Ich wollte es längst geschrieben haben, aufgefallen ist es mir sofort. Kurz nachdem ich hier von der Hakenkreuzstrasse berichtet habe, verschwand sie wieder. Auch das Ortsleitschild "Heider" am Kreisverkehr Bergerhof hat sich wieder zu "Heide" reinkarniert; so halbwegs. Allerdings geht neben der leider schon üblichen Pro-NRW Aufkleberei auch die Schmiererei der Wohlstandsbrut mit Langeweile weiter:

SS 88 - Radevormwalder Jugend grüßt!

SS 88 - Radevormwalder Jugend grüßt!

Bei der nächsten Wahl sind wir dann wieder ganz verwundert, wo denn die ganzen Typen herkommen. Auf der myspace Profilseite von Tobias Ronsdorf, Stadtratsmitglied von Pro NRW in Radevormwald, stand ja einst, er würde die deutschen Helden der beiden Weltkriege verehren, und Mein Kampf wäre sein Lieblingsbuch; das Stadtnetz Radevormwald berichtete. Eine Korrelation zu dem gehäuften Auftreten der Schmierereien und Pro NRW Aufklebern im direkten Umfeld seines Wohngebiets bleibt aber natürlich unzulässig. Pro NRW geben sich ja als Demokraten. Und die beschmieren außerhalb des Wahlkampfs keine öffentlichen Plätze - und tolerieren es bestimmt auch nicht!

Ihr für uns, wir für Euch - In Gedenken an die gefallenen Helden beider Weltkriege

Ihr für uns, wir für Euch - In Gedenken an die gefallenen Helden beider Weltkriege

Jenseits jedweder Ernstnehmbarkeit
Anfangs war es ja noch lustig. Mittlerweile springt Pro NRW jedoch auf jeden Zug auf, der irgendwie auch nur am Rande des Volkes Zorn kratzt. In bester DVU Manier, wir erinnern uns, fordert man jetzt auch schon die D-Mark zurück. Dass der Euro heute stärker ist, als es die D-Mark je war, spielt hierbei keine Rolle. Hier geht es ja auch nicht um Vernunft oder Rationalität - mit Speck fängt man Mäuse, und einfache Lösungen sprechen einfache Leute an. So ist das in der Demokratie: In allen Ebenen hat man das Recht auf die Unversehrtheit seiner eigenen Einfältigkeit.

Abgelegt unter: Politikkram, Urban so um 12:34Uhr | Kommentare (3)
Aug
24
2010

… weil W.i.R. keine Ahnung haben!

Gerhardts` StreetView, heute: Brücke Diepmannsbachtal Remscheid

Gerhardts` StreetView, heute: Brücke Diepmannsbachtal Remscheid

Zugegeben, die Wählergemeinschaft in Remscheid ist mir schon aus familiären Gründen nicht ganz unsympatisch. Doch da gibt es immer wieder so Vorstöße, die können einen bestenfalls nur schmunzeln lassen, Vorstöße, die ich nichtmal von der UWG erwarte (das sind die mit den Kondomautomaten in der Innenstadt). StreetView, Sommerloch-Thema Nummer 1, beflügelt auch den Geist der W.i.R., und so heißt eine aktuelle Anfrage «Google Streetview - Einnahmemöglichkeiten sichern». Das ist knackig. Andere haben auch schon versucht. Die Stadt Remscheid lehnt lt. der W.i.R. unter Bezugnahme auf Pressemitteilungen die Gebührenerhebung ab, und begründet dies auch damit, dass es rechtliche Schwierigkeiten mit sich brächte (von Logischen mal ganz abgesehen)! Die W.i.R. sieht das anders, begründet es aber lediglich damit, das Bergisch-Gladbach 100€ pro km von Google hätte.

Liebe W.i.R., ich empfehle Google ab sofort Einnahmemöglichkeiten zu sichern, und wir-remscheid.de solange aus dem Google Index auszuschließen, wie ihr für den laufenden Klick nicht Summe XYZ zahlt; Bergisch-Gladbach am besten direkt mit rausschmeißen. Oder macht es plötzlich einen Unterschied zu Euren Gunsten, dass auch die Google Infrastruktur horrende Kosten verursacht, und Euch trotzdem täglich kostenlos Besucher beschert? Wenn neue Konzepte auf alte Denkweisen treffen, muss es wohl leider zwangsläufig in der Kollision enden, und die eigene Beschränktheit des Gedankens führt zum Verlust der Kontrolle auf ohnehin fitschiger Argumentationsbahn. Das darf man ja auch immer wieder in hoffnungslosen Versuchen hören, wie Google denn jetzt mit Werbung Geld verdiene.

Zwar wurde mir die Frage nicht gestellt, ich mühe mich aber trotzdem mal um eine Beantwortung:

Was muss unternommen werden, damit alle Möglichkeiten gewahrt werden, dass die Stadt Remscheid je nach Ausgang der noch ausstehenden Rechtsentscheidungen entsprechende Gebühren erheben kann?

Gut, jetzt kommt die Gemeinde als Bereitsteller der Infrastruktur (Straße) zum Zuge. Hier muss sich doch was machen lassen! Nur, auf welcher Rechtsgrundlage? "Sondernutzungsgebühren" ist das knackige Stichwort, dass Kämmerern und Oppositionellen schnell im Kopf hallt. Doch da ist noch dieses blöde Wort "Gemeingebrauch", welches motivfreie Entscheidung der Straße als Mittel zum Ortswechsel zulässt. Und darüber hinaus: Nimmt jetzt Remscheid Gebühren für die Düstergasse, und das Land NRW für die Lenneper-Straße?

Beendet man es positiv, müsste man sagen: Wo gearbeitet wird, passieren Fehler, den Schuh habe ich selber manches mal an. Oder geht es um Opposition um jeden Preis?

-

Und noch ein Nachsatz zu den Kondomautomaten: Es entbährt nicht einer gewissen Komik, dass katholisch ordentlich jetzt zwar die Kondomautomaten aus der Innenstadt Radevormwalds verbannt wurden, die Bürger sich aber in der Grabenstraße, also zentral in der Innenstadt, über einen Puff freuen dürfen. Aber hier werden ja auch Steuergelder erzielt, damit schlägt man heute alles tot! Zu dieser Dorfposse in Kürze mehr.

Abgelegt unter: Politikkram so um 17:01Uhr - Tags: - | Kommentare (4)

Währenddessen

Ich liebe Gewitter!
Selten genug, dass ich nahe dran bin. Beste Erinnerungen habe ich noch an ein Gewitter aus der Kindheit, als ich Nachts mit meiner Mutter am Dachfenster stand, wir uns das Spektakel beschauten, und mich die Frage bewegte was wohl wäre, wenn jetzt der Blitz einschlägt. Beruhigend sagte meine Mutter, dass der schon nicht einschlagen würde, woraufhin es kurz darauf hell wurde, krachte, und die ganze Straße ohne Strom war.

Spätestens seit dem Tag bin ich vollkommen fasziniert von Naturgewalten.

Baut nur weiter eure Häuschen Stein auf Stein,
es wird kommen und reißt alles wieder ein.

In der folgenden Zeit entwickelte ich sowas wie einen Riecher. Nachts wurde ich regelmäßig eine Stunde zuvor wach, bevor es losging (so eine esoterische Geschichte). Ich studierte Wolkenformationen und Großwetterlagen. Noch immer bin ich wie ein kleines Kind, wenn es Gewitter gibt. Getoppt wird das höchstens wenn Schnee fällt und ich ständig aus dem Fenster schauen muss - könnte ja morgen schon wieder weg sein!

Als Nachtrag noch ein zwei "Danach" Fotos:

Ispingrade im Nebel

Ispingrade im Nebel

Der Blick auf Remscheid von Grünenbaum

Der Blick auf Remscheid von Grünenbaum

Man nähert sich. Der Herbst kann kommen

Abgelegt unter: Wetter so um 09:15Uhr | Kommentare (0)
Aug
23
2010

Danach

Nach dem Gewitter mit Lumpi in den Wald

Nach dem Gewitter mit Lumpi in den Wald

... und plötzlich wurde es nebelig. Nebel zu fotografieren ist eine Sache für sich; die Belichtungsmessung spinnt, und sekündlich erzeugt der Nebel ein ganz anderes Motiv.

Hulverscheidt in Nebel gehüllt

Hulverscheidt in Nebel gehüllt

Jedenfalls fühle ich mich noch nicht angekommen. Aber ein Anfang ist gemacht.

Abgelegt unter: Wetter so um 09:55Uhr | Kommentare (3)
Aug
20
2010

3ZKB im Stadtzentrum, helle Erdgeschoßwohnung für Heimwerker

Bäckerei Sonnenschein Radevormwald

Bäckerei Sonnenschein Radevormwald

So geht sie dahin, die alte Bäckerei Sonnenschein in Radevormwald. Und jetzt scheint die Sonne kräftig in den alten Verkaufsraum. Nur ein wenig Bergisches Holz leistet noch in traditioneller Fachwerk-Bauweise letzten Widerstand. Damit verschwindet ein vom Schmückstück zum Schandfleck gewordenes Stück Geschichte der Stadt.

Nichts gebacken... Bäckerei Sonnenschein

Nichts gebacken... Bäckerei Sonnenschein

Abgelegt unter: Urban so um 22:25Uhr - Tags: - | Kommentare (0)
Aug
19
2010

Schwarzer Moderkäfer Ocypus olens

Schwarzer Moderkäfer Ocypus olens

Schwarzer Moderkäfer Ocypus olens

Wie kommt dieses rund 3cm große Vieh nur in meine Jogging-Hose, die noch nie meine heiligen Hallen verließ, und warum muss es mich bei nächstbester Gelegenheit ins Knie zwicken? Und warum juckt es mich gerade überall? Elli, unser Insektenvernichter, freute sich schon, zog ihren Sabberlatz um und wühlte im Besteck, aber erstmal musste ich das Vieh vernünftig ablichten. Naja, vernünftig... Ich brauche doch wieder ein anständiges Macro! Also erneut Trick 17, wenn ich Macro brauche: Das Bild ist mit dem Lensbaby und beiden Macro-Aufsätzen bei Blende 16 (möglichst viel scharf eben) und ISO 2000 gemacht. Nicht so prall. Und jetzt mitten in der Fotosession, als ich einen Filter vom Objektiv abgeschraubt habe, hat sich der Kneifer in Nadines Blume eingegraben. Soll die sich drum kümmern, die freut sich bestimmt...

Abgelegt unter: Tiere so um 16:55Uhr - Tags: - | Kommentare (1)
Aug
18
2010

Guck, watt herrlich hier!

Naherholungsgebiet Kräwinklerbrücke

Naherholungsgebiet Kräwinklerbrücke

Wenn man ins Tal der Wupper hinabschaut, dann wird man gepackt von einem Bild tiefer Eindringlichkeit. Es gibt viele kleine Industrieorte an der Wupper, doch vermag keiner so wie Kräwinklerbrücke den geheimnisvollen Zauber von Tradition und Entwicklung auszustrahlen. Hier, vom gewaltigen Bogen der hastenden Wupper umströmt, stampft und pocht das Eisenherz der Stahlhämmer [..] und die alten beschieferten Patrizierhäuser thronen wie Burgen auf felsigem Grund. [..] Der Grund, dass Kräwinklerbrücke (siedlungs- und industrietechnisch) so früh eine Rolle spielt, wird daran liegen, dass die alte Stahleisenstraße von Radevormwald nach Remscheid und von Breckerfeld nach Köln über Kräwinklerbrücke führte.

Bernhard Sieper

Heute hat der Bereich Kräwinklerbrücke, gelegen im Dreistädteeck Remscheid-Hückeswagen-Radevormwald schnell den Beinamen "Naherholungsgebiet". Liegewiese, schwimmen, tauchen, angeln. Like ice in the sunshine; so schmeckt der Sommer. Vielleicht denkt man, wenn man sich so selbstgefällig nach der 35 Stunden Woche am Wochenende dort in der Sonne aalt mal daran, dass es der hart erarbeitete Wohlstand einiger Generationen zuvor war, den wir dort auskosten; darüberhinaus im wahrsten Wortsinn auf den Trümmern dessen. Kein warmes Wasser, Arbeitstage von 10-11 Stunden, harte körperliche Arbeit. Nostalgie ist Erinnerung an die Vergangenheit, wie sie nie war.

Wo der Amboß erklang
Zwei Hämmer am Klüppelberg bei Wipperfürth, zwei auf der Neye, sechs an der Wupper zwischen Wipperfürth und Hückeswagen, acht auf der Bever und drei am Tannenbaum. In Richtung Beyenburg zwei Hämmer am Wiebach, fünf am Lauf der Dörpe, wozu noch zwei Stahlhämmer traten. 17 Hämmer trieb das Wupperwasser zwischen Hammersteinoege und Kräwinklerbrücke, vier lagen bei Krebsoege, ein Hammer im Ülfetal.

Erwin Rüggeberg

55 Hämmer gesamt in Hückeswagen und Radevormwald, 17 Hämmer alleine auf 3km Wupperlauf, der heute komplett überflutet ist von der Wuppertalsperre. Fremden wie Einheimischen entlockt sich schnell ein »Wie schön ist es hier!«, steht man am Ufer bei Hammerstein, in Kräwinkel oder im Wiebachtal. Kein Donnern der Hämmer mehr zu hören, keine in schillerndsten Farben leuchtende Wupper, die einst das dreckigste Gewässer Deutschlands war. Scheinbar unberührte Natur. Nur wer wirklich hinschaut erkennt, dass die Industrie der oberen Wupper derer der Unterern Platz gemacht hat, aber über Jahrhunderte das Bild prägte. Weitreichende Teile Kulturgeschichte der oberen Wupper liegen nun unter Wasser, was heute die Freizeit beflügelt.

ehem. Himmelswiese Radevormwald

ehem. Himmelswiese Radevormwald

Abgelegt unter: Industrie so um 09:02Uhr | Kommentare (0)
Aug
17
2010

Stöpsel gezogen

Der Wupperdamm - ehem. Ortschaft Krebsoege

Der Wupperdamm - ehem. Ortschaft Krebsoege

Ich wüsste nur zu gerne, wo die Sachen alle hinschwimmen... Sehr interessante Konstruktion
Alf bei der Inspektion der Toilette

Bei Tetti wurde der Stöpsel der Wuppertalsperre ins Spiel gebracht. Wer ihn gezogen hat kann ich nicht beantworten, aber den Stöpsel zeigen kann ich schon. Und da die Wuppertalsperre empfindlich größer ist als eine Badewanne, hat sie natürlich gleich mehrere Stöpsel, wovon bei meiner Stippvisite einer offen war. Und wenn trotz eingesetztem Pisswetter in den letzten Tagen der Pegel weiter geringfügig sinkt, muss er ja gezogen sein. Hier entscheidet sich, wie viel Wasser die untere Wupper führt, lässt man mal nicht ganz unwichtige Zuflüsse wie den Morsbach, der bei Müngsten in die Wupper fließt, oder den Eschbach, der gleiches bei Unterburg macht, außen vor.

Früher war da, wo heute der Damm ist, ein Teil der ehemaligen Ortschaft Krebsoege nebst Bahnknotenpunkt. Jetzt hält der Dreck das Wasser auf und Turbinen erzeugen Strom. Früher sah es hier so aus:

Bf. Radevormwald-Krebsoege im Winter 1971/72

Bf. Radevormwald-Krebsoege im Winter 1971/72

Das Ende war zum Aufnahmezeitpunkt bereits beschlossene Sache. Vielleicht deshalb zog es meinen Vater an die Strecke, um sie nochmal umfangreich zu dokumentieren. Mit dem Bau der Wuppertalsperre wurde die Eisenbahn in Radevormwald Geschichte. Pläne zur alternativen Trassenführung gab es, jedoch wurden sie nicht umgesetzt. Bis heute verkehrt die Buslinie 626 als Schienenersatzverkehr im Auftrag der Bahn. Das folgende Bild zeigt die Ausfahrt des Zuges, der auf obigem Bild noch im Bahnhof stand, auf dem Weg nach Kräwinklerbrücke.

Ausfahrt aus Bf. Radevormwald-Krebsoege nach Kräwinklerbrücke

Ausfahrt aus Bf. Radevormwald-Krebsoege nach Kräwinklerbrücke

Heute ist dieser Bereich vom Wasser geflutet, und am Horizont erhebt sich die große Brücke. 2009 lag der Bereich durch ausbleibenden Niederschlag wieder derart frei, dass der links der Lok sich erhebende Berg, sowie die Trasse der Eisenbahn, bis zu diesem Punkt wieder begehbar war. Noch 2m, und auch dieses Jahr ist der Punkt wieder trockenen Fußes zu erreichen.

Radevormwald Krebsoege heute

Radevormwald Krebsoege heute

Am Fuß der neuen Wupperbrücke erkannt man deutlich den alten Berg, sowie die sich dadurch schlängelnde, alte Bahntrasse. Im unteren Teil des Bildes ist auch die alte Landstraße Lennep<->Krebsoege  wieder zu sehen, die von dort in einer Kurve rechts nach Lennep abbiegt. Zu einem späteren Zeitpunkt war auch sie wieder bis zur Lenneper Vorsperre begehbar.

Alte Landstrasse Lennep-Krebsoege

Alte Landstrasse Lennep-Krebsoege

Neben der Landstraße befand sich bis Neuenteich parallel die Eisenbahntrasse, bevor sie dann am Hasenberg vorbei über den heutigen Barmag Komplex den Berg erklomm und unter der Straßenkreuzung Trecknase im Bahnhof Lennep mündete. Der Tunnel unter der Trecknase ist noch vorhanden. Mitte der 90er fand dort die letzte Fahrt der Barmageigenen Werkslok statt, die über die DB Strecke über Beyenburg zum damaligen Förderverein Wupperschiene e.V., heute dem Bergische Bahnen Förderverein Wupperschiene e.V., überführt wurde. Zahlreiche wilde Laubenpieper machen einen Zugang zum alten Tunnel jedoch heute unmöglich; das Gelände der alten Stichstrecke zum Barmag-Komplex, sowie das Bahndreieck zwischen Oberbergischer- und Remscheider-Strecke wurde wohl annektiert. Warum ist der Bahndamm nur immer so anziehend für komische Gestalten und wilde Laubenpieper?

Barmag V-01 Werkslok im Bf. Radevormwald-Dahlhausen Wupper

Barmag V-01 Werkslok im Bf. Radevormwald-Dahlhausen Wupper

Die Werkslok gehört mittlerweile aber auch längst nicht mehr dem Verein.

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