07
2010
Magnetar
Magnetare sind Neutronensterne. Und sie sind gewaltig. Unvorstellbar gewaltig. Wäre unsere Sonne ein Magnetar, sie würde uns die Straßenlaternen aus dem Boden ziehen. Hammerstein ist im Moment mein Magnetar. Erbarmungslos werde ich immer wieder dorthin getrieben. 10km Fußmarsch waren es mal wieder, mit dankenswerter Erkenntnis, dass ich sesselpubsender Pixelschubser noch nicht ganz eingerostet bin. Und wenn man sich ortskundig die Rute über Herbeck, Heide, vorbei an Berg zum Wiebach, weiter über den Karrensteiner Waldweg nach Hammerstein, und dann wieder zurück über Wiebach nach Espert bis Bergerhof vergegenwärtigt, weiß man, dass das auch in Höhenmetern nicht mal eben ne Runde am Rhein langlaufen ist. Wie kommt es nur, dass mich dieser Ort so magisch anzieht? Drei Gründe:
- Ich habe noch eine Rechnung offen!
- Wupper in Radevormwald bedeutet ruhendes Gewässer!
- Es ist einfach schön da unten!
Ich war doch ein wenig angenervt, dass ich letztes Jahr nicht mehr dazu gekommen bin, mich ausgiebig dem Wehr zu widmen. Nun schrumpf das Equipment ja nicht gerade – umso versöhnlicher war der gestrige Tag. 4GB Film habe ich verfotografiert. Mittlerweile nurnoch in RAW und entwickeln im eigenen Labor. Dies ist ja heute gut möglich, ohne beim Vorstand Territorialansprüche anmelden zu müssen.
In Remscheid hatte ich den Eschbach. In Radevormwald ist an so ein Naturereignis nicht zu denken. Zwar gibt es 15km Wupperlauf, doch der ist geprägt von Stillstand. Bereits an der südlichen Stadtgrenze, eben in Hammerstein, ist die Wupper gestaut bis Krebsöge. Hier macht sie hinter dem Wupperdamm genau zwei Kurven in 200m, um dann wieder von der Dahlhauser Vorsperre gestaut zu werden. Hinter der Sperre fließt die Wupper relativ breit und ruhig in die nächste Stauanlage: Dahlerau. Und dann kommt nach dem Schwung am Klärwerk vorbei fast schon wieder der Beyenburger Stausee. Die längst über die Wupper gegangene Textilindustrie an eben jener fordert noch immer ihren Tribut von ihr.
Umso erfrischender, wenn die Wupper auch in Radevormwald (das es eigentlich Hückeswagen ist, ignoriere ich mal) zwischenzeitig mal dem Bergischen Heimatlied entsprechend verhält, wenn nur lange genug das Wasser von oben fehlt. Fehlt es weiter, wogt sie immerhin bis Kräwinkel, aber dafür haben wir dann Dörrgetreide.
Der Wasserstand fällt stündlich fleissig weier, trotz des unbeständigen Wetters der letzten Tage. Tatsächlich konnte man ihm gestern dabei zugucken. Bedenkt man, dass es durchaus noch einige Zuflüsse außer der Wupper selbst in die Wuppertalsperre gibt, so ist das schon erstaunlich, das plötzlich einige cm fehlen, wie auf folgendem Foto deutlich zu sehen ist.
Nicht mehr lange, und der Pegel ist so tief gefallen, dass der Wehr komplett frei ist. Solingen kann sich also schonmal die Schuhe schnüren. Und Witten auch.








Kommentar by Tetti - 8. August 2010 um 12:11Uhr
Beeindruckende Aufnahmen. Alle mit dem 35mm aufgenommen?
Schuhe stehen bereit.
Kommentar by admin - 8. August 2010 um 15:17Uhr
Danke!
Nein, da war von 10-300mm alles dabei. 1, 3 und 4 sind mit dem 35mm.
Pingback by Statt Streetview nun Wupperview | blog.tetti.de - 14. August 2010 um 20:54Uhr
[...] zur Örtlichkeit unter Hotel Hammerstein und Armin Gerhardts, der für Herrn Olsen, sein Sohn und mich den ortskundigen Führer gab. Nochmals Danke ! [...]
Pingback by 2000×1200mm Tinte auf Folie | Foto, Photo, Fotos, Image, Gallery - 10. November 2010 um 15:44Uhr
[...] Martin da auch noch mal ran und ein solches TIFF durch seinen Drucker jagen. Das Bild habe ich im Magnetar Beitrag als Ausschnitt bereits vor einiger Zeit hier eingestellt. Hammerstein [...]